Von Saarbrücken nach Luxembourg-Stadt ist es nicht sehr weit. Man fährt mit dem Auto eine knappe Stunde. Aufgrund dieser überwindbaren Entfernung, begaben sich drei Saarbrücker Pfadfinder des Stammes Tscherkessen, zum Nationalfeiertag nach Luxembourg. Der Nationalfeiertag in Luxembourg ist der 23. Juni, allerdings wird dort am Abend des 22. Juni mit einer großen Parade und einem gigantischen Feuerwerk in den Nationalfeiertag hineingefeiert.
Also begaben wir uns an diesem Montagabend zu unserem Partnerstamm den HOGA Scouten a Guiden nach Luxembourg. An einem traumhaft gelegenen Heim ging es los mit einigen Ex-Thüringer Würstchen, die so heißen da mittlerweile der Name Thüringer geschützt ist. Wenig später ging es dann los zur großen Parade mitten durch die Stadt. Traditionell wird diese durch die Pfadfinder eröffnet, da der Großherzog auch der „erste Pfadfinder“, quasi Schirmherr, ist.
Die Organisation der Parade zog sich dann noch etwas in die länge, immer mehr Pfadfindergruppen erschienen und die Straße wurde immer voller. Kurz vor 9 Uhr wurden dann Fackeln verteilt. Riesige Wachsfackeln die erst in der Parade von der Feuerwehr entzündet werden durften. Die Wölflinge und Biber, bei uns als eine Gruppe zusammengefasst bekamen alle kleine Lampions mit Beleuchtung. Am Ende fühlten wir uns wie bei Sankt Martin.Gegen 10 Uhr ging es dann ordentlich in 4er Reihen los und der Menschenwurm setzte sich in Bewegung.
Tausende Menschen standen am Straßenrand und jubelten uns zu, was für uns Deutsche, die wir soetwas noch nie erlebt hatten ein tolles Gefühl war. Gott sei dank lockerte sich der Fackelmarsch nach einigen Minuten etwas auf, was dem ganzen den militärischen Beigeschmack nahm. Nach etwa 200 Metern, für die wir dank stockendem Tempo eine gute halbe Stunde brauchten, ging es an der Ehrentribüne des Gruoßherzogs vorbei. In der einen Hand die Fackel, mit der anderen Hand wurde der Pfadfindergruß gemacht , was der Großherzog freundlich erwiederte. Nach der Tribüne ging es noch an mehreren an den Boden gefesselten und wunderbar beleuchteten Heißluftballons vorbei zum Ende der Parade. Dort angekommen wurden uns sofort die Fackeln von Feuerwehrleuten entrissen und in stählerne Container gesteckt. Um es zu verdeutlichen: Von der etwa 1 Meter langen Fackel war etwa 10 Zentimeter abgebrannt. Aber die Vorschriften, die es in Luxembourg sehr viele gibt, mussten befolgt werden, damit bei der sich nun anschließenden Feierei keine Feuerei entstand.
Nach der Parade halfen wir kräftig mit die Wölfinge und Biber (6- 8 Jahre alt) heil zurück zum Pfadfinderheim zu bringen. Dort wartete um schon ein hervorragender Ausblick auf die Stadt auf uns, um das Feuerwerk zu genießen. Um Punkt 12 war es dann soweit, das Feuerwerk begann. Um es mit einfachen Worten zu beschreiben: Wunderschön! Die Devise „Klotzen statt Kleckern“ gilt in Luxembourg ganz besonders für den Nationalfeiertag. Nach mehreren Millione verbrannter Steuergelder, war das Spektakel vorbei und es wurde ausgelassen mit viel Cremant gefeiert. Um drei Uhr nachts ging es dann wieder nach Hause denn auf Luxembourgische Pfadfinderbegegnungen nimmt die deutsche Arbeitswelt leider keine Rücksicht.





